„Ich bin der letzte Depp im Wasser."
Das war der erste Satz.
Nicht von einem. Von allen dreien. In verschiedenen Formulierungen, mit verschiedenen Gesichtern, aber immer dasselbe dahinter: die Überzeugung dass Kraulen für andere Menschen ist. Nicht für sie.
Die erste kannte ich vom Triathlon in Chemnitz. Ich hab sie irgendwann gefragt ob sie mal Kraulen lernen will. Sie hat gelacht. „Ich? Niemals." Ich hab gesagt: „Komm einfach mal mit."
Sie kam.
Die erste Stunde war chaotisch. Die zweite auch. Aber ab der dritten passierte etwas. Ganz langsam. Fast unmerklich. Sie hat aufgehört gegen das Wasser zu kämpfen und angefangen mit ihm zu schwimmen.
Heute geht sie schwimmen weil es ihr Spaß macht. Nicht wegen Triathlon. Nicht wegen Zeiten. Einfach weil sie es kann und weil es ihr gut tut.
Der zweite kam durch ihre Empfehlung. Kein Brustschwimmen mit Kopf im Wasser, kein Gleiten, totale Panik sobald die Füße den Boden nicht mehr spürten. Wir haben das Kraulschwimmen lernen nicht mit Technik angefangen. Wir haben mit Ruhe angefangen. Erst wenn die Ruhe da ist, kommt alles andere.
Er hat mich weiterempfohlen.
Die dritte kam durch ihn. Ruhiger von Natur aus. Hat schneller Vertrauen gefasst. Heute kann sie neue Kraul-Techniken selbstständig üben. Heute korrigiert sie sich selbst.
Was alle drei verbindet ist nicht die Schwimmtechnik die sie gelernt haben. Es ist der Moment in dem sie aufgehört haben sich selbst zu misstrauen.
Das ist der Moment für den ich coache. Als Schwimmcoach in Chemnitz, der weiß wie es sich anfühlt wenn Wasser sich nach Feind anfühlt.

